Der WORKSHOP

Im Workshop werden Bautechniken aus den Modellbauberichten auch an Hand von Bildern genauer vorgestellt. Die Überschriften der einzelnen Themen sind verlinkt, sodass sie beim Anklicken direkt zum Bericht führen.
Diese Kategorie steht allen Usern offen und ich würde mich über Artikel sehr freuen.




Antennen  originalgetreue Peitschenantennen für jedes Schiffsmodell
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Knebelschrauben  Knebelschrauben zum Verschließen von Lukendeckeln
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Scharniere  ...und es bewegt sich doch!!! Scharniere einmal funktionsfähig!
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-  Antennen hoch!
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Auf jedem Schiff, das dampft und segelt ist einer der die Putzfrau v...!! Nein, es gibt aber auf jedem Schiff Peitschenantenne für die Kommunikation. Auf vielen Modellen werden diese Antennen mit dünnem Stahldraht nachgebildet. Dieser Stahldraht hat leider auch zwei Nachteile. Wenn man diesen Draht an der Spitze nicht sorgfältig umbiegt dann ist bei einer unbedachten Bewegung das Auge raus. Diese Antenne gibt nicht nach. Wenn der Draht besonders dünn ist gibt sie wohl schon nach, aber der Durchmesser stimmt dann nicht mehr.

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Wo bekommt man jetzt aber diese Antennen her. Eines Abends saß ich mit meinen Vermietern und deren Kindern im Garten. Die Tochter meiner Vermieter war gerade dabei neue Saiten auf ihre Gitarre aufzuziehen. Sie ließ die Saite los und ...... da war er dieser Wiegeeffekt, nach dem ich schon so lange gesucht hatte. Gittarensaiten gibt es aus unterschiedlichen Materialien. Ich bevorzuge Saiten aus Metall, denn die kann man weichlöten und hat somit gleich noch einen Anschluß für die RC-Antenne. Wenn man diese Antenne an der Spitze umbiegt und mit dem Auge daran kommt, dann gibt die mit Sicherheit nach. Habe ich unfreiwillig getestet. Macht das bloß nicht nach. Obwohl die Antenne nachgibt tut das ziemlich heftig weh und das Auge tränt mindestens 2 Stunden!!!

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Um jetzt auch ein wenig Werbung zu machen möchte ich die Saiten von D'Addario empfehlen. Mit denen habe ich die besten Erfahrungen gemacht und die gibt es bei uns in der Stadt beim Musikinstrumentenhändler. Vielleicht gehen ja auch andere Firmen. Wenn Ihr nicht wisst welchen Durchmesser: Einfach auf dem Plan messen und im Geschäft mal auspacken. Man kann mit diesen Saiten auch verschiedene Stärken herstellen, indem man die Umwicklung ein kleines Stück entfernt. Aber was rede bzw. schreibe ich. Probiert es doch selbst aus.
...und viel Spaß beim Wiegen

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-  Knebelschrauben hoch!
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Die Herstellung von Knebelschrauben für Lukendeckel.
Auf allen Seeschiffen gibt es erhöhte Einstiege um unter Deck zu gelangen. Die Einstiege werden mit Lukendeckeln verschlossen. Diese Deckel können auf zwei Arten verschlossen werden. Da gibt die bekannten Vorreiber (wie bei den Schotts) und natürlich die Knebelschrauben. Hier ein Vorschlag, wie man solche Schrauben herstellen kann.

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Materialbedarf für Knebelschrauben Maßstab 1:20:
Werkstoffe:
Schrauben M1,2 (100Stck ca.10€ )
Sternmuttern M1,2 (100Stck ca. 10€)
Werden die Schrauben für einen anderen Maßstab benötigt, sollte man eine andere Gewindegröße verwenden.
Messingrohr mit Innendurchmesser 0,6mm
Messingdraht Durchmesser max. 0,5mm

Hilfsstoffe:
Silberlot
Flussmittel

Werkzeug:
Hartlötgerät (auf Elektrolysebasis oder Gaslötgerät z.B. von Rothenberger)
Sehr dünne Lötdüsen (0,2mm/ 0,3mm)

Weitere Hilfsmittel:
"Dritte-Hand"
zwei ruhige Hände

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Herstellung:
Auf den Schraubenkopf wird ein kurzes Stück Messingrohr im rechten Winkel aufgelötet. Hierzu wird den Schraubenkopf leicht angefeilt ( bzw. eine Kerbe eingefeilt ) und mit Flussmittel bestrichen. Das Flussmittel wird mit der Flamme erwärmt und dann das Silberlot zugeführt. Wenn sich das Silberlot auf dem Schraubenkopf verteilt hat wird auch das Messingröhrchen erwärmt und auf den Schraubenkopf aufgelötet. Nach dem Abkühlen wird das Messingrohr mit einer kleinen Trennscheibe auf Schraubenkopfdurchmesser gekürzt. Als nächstes wird ein Stück Messingdraht in U-Form gebogen. Dieses Stück wird in die Vertiefungen der Sternmutter geschoben und mit Hilfe von Flussmittel und Lot festgelötet. Die überstehenden Enden werden bis auf die Mutter abgefeilt. Jetzt hat unsere Schraube einen Handgriff. Wer beim Verlöten der Mutter mit dem Draht ein wenig geschlampt hat, wird jetzt einen 1,2mm Gewindebohrer benötigen. Das Gewinde muss dann nachgearbeitet werden.

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Die beiden Teile werden nun zusammengeschraubt. Die Schraube ist noch auf die benötigte Länge zu kürzen. Jetzt ist noch eine U-förmige Halterung am Lukendeckel zu montieren und natürlich die Halterung an der Außenwand des Einstiegs für die Knebelschraube. Ach, die Achse durch das kleine Messingrohr nicht vergessen. Das geht am Besten mit einem sehr dünnen Stahldraht. Damit lässt sich der Lukendeckel originalgetreu verschließen. Sicherlich nicht absolut wasserdicht, aber täuschend echt. Die Sehleute werden bei einer Vorführung begeistert sein. Versprochen, denn ich habe es bereits ausprobiert.

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-  Scharniere hoch!
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Für funktionsfähige Scharniere gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich habe mich hier auf eine Möglichkeit beschränkt. Sicherlich läßt sich diese Arbeitsweise noch abwandeln und damit das gleiche Ziel erreichen.
Wie bei allen anderen Teilen kommen wir ohne das entsprechende Material nicht aus. In diesem Fall bestehen alle Teile ( bis auf die Scharnierachse ) aus Messing. Das Teil, welches am Schiff befestigt wird besteht aus Messingrohr mit dem Außendurchmesser von 1mm und einer Bohrung von ca. 0,6mm. Weiterhin brauchen wir einen Messingblechstreifen, der ca. 2mm breit und nicht mehr als 0,3mm stark ist. Die Länge richtet sich nach der Anzahl der benötigten Teile.

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Man nehme nun das Messingrohr und eine Flachzange. Der Blechstreifen wird nun um das Messingrohr gebogen und mit der Zange zusammengedrückt. Nein, nur der Blechstreifen, nicht das Rohr. Da muß doch später noch die Scharnierachse durch!! Klar?? ;-))
Die Enden des Blechstreifens liegen nun aufeinander und werden mit dem Hartlötgerät, Flußmittel und Silberlot verlötet. Bitte kein Weichlot verwenden, wenn Ihr später das Teil am Aufbau anlöten wollt. Beim Anlöten an den Aufbau würde sich die Verbindung zwischen Messingrohr und Blechstreifen in Wohlgefallen auflösen und das macht sehr wütend ( mich zumindest ). Wenn es geklebt wird geht natürlich auch Weichlot. Nachdem wir nun dieses Bauteil fertig haben müssen wir es jetzt noch ein wenig mit der Feile versäubern.

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Bei dem weiteren Bau muß man sich nun überlegen aus welchem Material die Lukendeckel oder Schotts gebaut werden sollen. Ich bevorzuge Messing, aber man kann diese Teile auch aus Kunststoff anfertigen.
Ich gehe hier näher auf die Verarbeitung von Messing ein. Gehen wir also davon aus, dass wir unsere Lukendeckel schon vor uns liegen haben! (Anmerkung: Wie ich Lukendeckel herstelle ist in dem Artikel über das Modell der AHTI genau beschrieben. An die Lukendeckel werden jetzt die oben hergestellten U-Winkel angelötet. Nachdem die Bohrung für die Scharnierachse angebracht ist wird der U-Winkel an der Linie ( lt. Skizze ) abgetrennt. Durch die Bohrungen und dem zu Anfang angefertigten inneren Scharnierteil wird ein dünner Stahldraht geschoben. Wenn das Ganze jetzt am Aufbau oder wo auch immer angebracht wird, kann man diesen Lukendeckel/ diese Lüfterklappe bewegen. Wie das nun aussieht ist auf dem Bild am Anfang dieses Berichtes zu erkennen.

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