-  Shoalbuster der Damen Werft in Holland

Im März 2004 hatte ich die Gelegenheit die Damen Werft in den Niederlanden zu besichtigen. Gleichzeitig war auch eine Mitfahrt auf dem neuesten Shoalbuster "Amstelstroom" geplant. Ich hatte schon längere Zeit Kontakt zu dieser Werft, da meine Elizabeth auch bei Damen entstanden ist. Die Damen Werft ist auf dem Gebiet des Schlepperneubaus führend. Die Firma hat es über die vergangenen Jahre geschafft einige Standardtypen zu entwickeln. Diese Schlepper liegen teilweise als fertige Kaskos im Werfthafen und werden auf Wunsch des neuen Eigners umgebaut. Auch die Amstelstroom wurde als Rohbau von Polen nach Gorinchem geschleppt und dort fertig ausgebaut. Nach der erfolgreichen Werftprobefahrt wird sie dann an den neuen Eigner die Reederei Wijngaarden übergeben.

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-  Entwicklungsgeschichte des Shoalbuster

Seit über 60 Jahren beschäftigt sich die Damen Werft mit der Arbeitsbootproduktion. Sie hat sich international den Ruf erworben, innerhalb kürzester Zeit Schlepper und Arbeitsboote zu liefern. Das wird ermöglicht, weil die Werft mit Baubetrieben in Osteuropa zusammenarbeitet. Dort werden die Kaskos der Schiffe zusammengeschweißt und anschleißend in den Niederlanden komplettiert. Von der Auswahl des Modells durch den Reeder bis zur Auslieferung vergehen in der Regel maximal 7 Monate.
Vor ungefähr 10 Jahren kam die Forderung nach einem neuen Arbeitsbootstyp auf. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde der Pushy-Cat für kleinere Schub- und Schleppaufträge und der Multi-Cat als Arbeitsboot mit Kran und Arbeitsdeck gebaut. Jetzt wurden die besten Eigenschaften beider Konstruktionen zusammengelegt. Heraus kam der SHOALBUSTER. Er hat den Bug mit Schubschulter vom Pushy-Cat und das Arbeitsdeck mit Kran vom Multi-Cat. Das Arbeitsdeck ist hinter dem Aufbau angeordnet uns somit gut gegen überkommende See geschützt. Außerdem ist das Seeverhalten ebenso gut wie beim Pushy-Cat. Seit dem ersten Shoalbuster vor 10 Jahren hat auch bei diesem Schiffstyp die Entwicklung nicht gestoppt.


Um nur einige Stationen zu nennen:
  • Typ 1907
  • Typ 2209
  • Typ 2409
  • Typ 2509 und
  • Typ 2609

als Höhepunkt in der Entwicklung.
Pushy-Cat Multi-Cat
Pushy-Cat Multi-Cat
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Werftbesichtigung und Probefahrt

Der jüngste entwickelte Shoalbuster Typ 2609 hat eine Länge von über 26 Metern. Eine typische Vertreterin ist die Amstelstroom. Sie wurde zusammen mit den Schwestern Tarka, Camperduin und DMS Globe entwickelt. Diese Schiffe kommen ab April 2004 nacheinander in Fahrt. Die Amstelstroom unterscheidet sich von ihren Schwestern durch ein eingezogenes Deck im Deckhaus. Dadurch ist sie höher als alle anderen. Die Amstelstroom bildet aber jetzt schon den Ausgangspunkt für weitere Überlegungen. In Zukunft wird ein Shoalbuster über 30 Meter lang sein und dann mit drei Maschinen ausgestattet sein. Diese besondere Art von Schlepp- und Offshoreschiff konnte ich im März 2004 persönlich in Augenschein nehmen. Ich hatte eine Einladung bei der Damen Werft. Sowohl den Stammbetrieb in Hardinxveld, als auch die Bauwerft in Gorinchem durfte ich besichtigen. Im eigenen Hafenbecken lagen einige Kaskos verschiedener Schiffstypen zum Aussuchen für die Kunden. In der Werfthalle zwei ASD-Schlepper (Lexikon) und eine größere Anzahl von kleinen schnellen Behördenbooten. Draußen wartet die Camperduin an der Pier auf ihrer Fertigstellung. Die Krönung der Besichtigung in Gorinchem und Hardinxveld war meine Teilnahme an der Werftprobefahrt der Amstelstroom. Hardinxveld ist die Keimzelle der Damen Werft. Dort lag z.Zt. meines Besuchs der erste je gebaute Shoalbuster an der Werftpier zur Überholung. In der Werfthalle lag die Tarka auf Helling und wurde lackiert. Draußen, ebenfalls an der Pier waren der Rohbau der DMS Globe, die DMS Raven und natürlich die Amstelstroom festgemacht. Neben diesem Baubetrieb gibt es noch einen Kit-Handel. Jeder Modellbauer, der schon mal einen Bausatz gekauft hat kennt das sicherlich. Nur ist das hier noch etwas umfangreicher. Das gesamte Schiff - und wenn ich sage das gesamte Schiff dann meine ich das auch so - wird in Einzelteilen in Container verladen und an die bauausführende Werft geliefert. Das kann auch auf der anderen Seite der Erde sein. Jede Schraube, jede Dichtung und jede Stahlplatte ist in diesem Bausatz enthalten. So etwas wie ein Beschlagsatz gibt es da nicht. Es werden immer nur ganze Schiffe verkauft. Ein Bausatz Maßstab 1:1!!!! Zum Abschluss habe ich dann noch wie o.e. an der Werftprobefahrt mit der Amstelstroom teilgenommen. Als große Schwester meiner kleinen Elizabeth hat sie es mir angetan. Während dieser Probefahrt hatte ich sehr viel Zeit das Schiff zu erkunden und zu vermessen. Bei Rückfragen stehe ich gern per E-Mail zur Verfügung.




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Werftpier Camperduin
Shoalbusterpier in Hardinxveld Camperduin
Blick in die Werfthalle Warenlager
Blick in die Werfthalle Warenlager in Gorinchem
Warenlager Rohbau eines STAN-TUG
...noch mehr Kaskos Rohbau eines Stan-Tugs
Schlepper für Tobago Schlepper für Kenia
Schlepper für Tobago ...dieser ist für Kenia
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