-   Das Original

Seit September 2005 entsteht auf der Helling von DAMEN Shipyard ein neuer Schlepper für TUG MALTA. Dieser Schlepper ist vom werfteigenen Typ ASD 3111 und wird nach Fertigstellung auf den Namen Pawlina getauft. Der zukünftige Eigentümer will aber einige Änderungen an der Ausrüstung durchführen lassen. Das Kasko hat dieselben Abmessungen, wie die Schlepper von Smit ( z.B. Smit Clyde, Smit Humber ) im Rotterdamer Hafen. Auch die Maschinenanlage soll gleich werden. Der große Unterschied befindet sich auf dem Steuerhausdach. Dieser 3111 wird mit einer FiFi1-Anlage ausgestattet. Weitere Änderungen sind für das Schanzkleid, die Reling auf dem Deckshaus und die Back vorgesehen. Die Auslieferung soll im Februar 2006 erfolgen. Bei dem bisherigen Baufortschritt kann man sicher davon ausgehen, dass dieser Termin gehalten werden kann.
Der Typ ASD 3111 ist nur einer von einer ganzen Reihe von standardisierten Schleppertypen, die teilweise als Kasko im Werfthafen liegen. Von dort werden die Modelle je nach Kundenwunsch ausgebaut. Zusätzlich zu diesem Schlepper hat TUG MALTA noch einen weiteren Schlepper vom Typ ASD 2411 in Auftrag gegeben. Dieser soll aber erst im Dezember 2006 zur Auslieferung kommen.

-   Bau des Modells

Vor gut zwei Jahren hatte ich das große Glück einen Semi-Kit von einem ASD 3111 zu bekommen. Dieser Kit wurde von einem Schlepperfan in England hergestellt und hat den weiten Weg von England über die Niederlande zu mir in meine Modellwerft gefunden. Normalerweise bin ich kein Freund von Bausätzen, aber dieses Mal war es ein Geschenk von meiner Frau. Der Kit ist im Maßstab 1:50 gehalten und besteht aus wenig Teilen. Zu diesen Teilen gehört das Steuerhaus, das Deckshaus, der Rumpf, eine Foto-CD von der Smit Clyde, diverse Aufkleber und einen Detailplan. Die Qualität der Tiefziehteile ist wirklich fantastisch. Nirgends liegt die Materialstärke unter 1mm. Die Teile sind so stabil, dass sie sicher auch den harten Schlepperalltag überstehen. Sicher gibt es bei diesem Satz auch einen Wehmutstropfen. Wie bei allen Tiefziehteilen sind auch hier die Kanten der Teile rund und nicht so scharf abgebildet, wie man es wohl braucht.
Hier begann dann auch gleich meine Arbeit. Alle runden Kanten wurden mit Dreieckprofil überklebt und und dann verschliffen. Dadurch bekommt der Aufbau die gewünschten scharfen Kanten. Das komplette Deck besteht aus einer Polystyrolplatte mit 1mm Stärke. In diese Platte habe ich die benötigten Decksausschnitte eingebracht und dann in Teilen aufgeklebt. Da das Deck bei diesem Schlepper unterschiedliche Höhen hat, war auch eine exakte Ausrichtung der Decksteile notwendig. Die Decks wurden mit Sekundenkleber angeheftet und mit Zwei-Komponenten-Kleber von innen verstrichen. Trotz heftiger negativer Kritiken über die Bauteile habe ich mir zwei kleine Schottelantriebe einer großen deutschen Modellbaufirma ( beginnt mit dem Buchstaben "G" ) zugelegt. Ein Selbstbau wie bei der Ahti kam für mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Frage. Die Antriebe habe ich auf eine Platte montiert und diese komplett in den Rumpf geklebt. Danach habe ich das Modell zum ersten Mal seinem Element übergeben. Ich war erstaunt, wieviel Zuladung doch dieser nur ca 60cm lange Rumpf hat. Da ich nun einen größeren Akku verwenden kann als geplant, ist eine sehr lange Fahrzeit zu erwarten.
Da ich mich von meinem gewohnten Baumaterial nicht trennen konnte habe ich für die Reling wieder Messing verwendet. Die Relingstützen sind aus Rechteckmaterial mit den Maßen 0,8x0,4mm. Die Durchzüge sind aus 0,5mm Messingdraht, der Handlauf aus 0.8mm Messingdraht. Um die Durchzüge alle in die gleiche Höhe zu bekommen, habe ich die Stüzen mit Klebeband nebeneinander auf ein Brett geklebt und die Bohrungen angezeichnet und gekörnt. Danach habe ich mit der Bohrmaschine auf dem Kreuztisch alle Bohrungen eingebracht. Dann habe ich zwei identische Durchzüge gebogen und die Stützen darauf aufgefädelt. Hört sich schnell an, aber zeitweise hätte ich mir gern die Zeit mit dem Hammer vertrieben. Die Stützen sind in die Bohrungen im Aufbau eingeklebt und die Durchzüge mit den Stützen verlötet. Erst danach bog ich den Handlauf und lötete ihn auf die Stützen. Zwischenzeitlich habe ich mit der Inneneinrichtung des Steuerhauses begonnen. Vielleicht werde ich die Scheiben dunkel tönen, denn eine Inneneinrichtung im Maßstab 1:50 bringt mich nicht wirklich nach vorn.
Das Schanzkleid besteht rundherum aus 0,5mm Polystyrol. Für Bug und Heck habe ich vor dem Zuschnitt eine Abwicklung aus Pappe angefertigt. Die Schanzkleidstützen sind ebenfalls aus Polystyrol und haben ein senkrechtes Stück Messingdraht als Abschluß. Der obere Abschluß bzw. der Handlauf des Schanzkleides ist ein rundes Kunststoffprofil mit 2mm Durchmesser.

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der Rohbau Brücke im Rohbau
Schanzkleid an Backbord Schanzkleid an Stb-Seite
Abgaskamin Rettungsdavit
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Als ich mit dem Bau dieses Modells begann habe ich mich leider ganz nach dem mitgelieferten Plan und den Detailfotos gerichtet. Zu diesem Zeitpunkt sollte es noch eine kleine "Smit Clyde" werden. Mitte September bekam ich dann meine Schlepperzeitung und ich erfuhr, dass TUG MALTA einen 3111 bestellt hatte. Zusätzlich zu diesem Beitrag war eine sehr kleine farbige Seitenansicht abgebildet. Dort konnte man die Änderungen an dem Schiff erkennen. Sofort war mir klar, dass es dieser Schlepper werden sollte. Anfang Oktober bekam ich dann von meinem Freund Wim von der Damen Werft ein paar Detailfotos von dem Rohbau. Diese Fotos zeigten, was ich bis jetzt falsch gemacht hatte und was aus diesem Grund wieder abgerissen werden mußte.
Das komplette Schanzkleid im Mittschiffsbereich des Arbeitsdecks, das Schanzkleid Höhe Aufbau, die Reling und Leiter an der vorderen Kante des Deckshauses und der Abschluß des Schanzkleides auf der Back in Richtung Seite mussten wieder entfernt werden. Tolle Arbeit und jede Menge verschenkte Zeit. Glücklicherweise ist das Modell leicht und nimmt auf dem Stubentisch nicht so viel Platz weg. Da ist das Basteln während des Fernsehens kein Problem.
In die Reling an der vorderen Deckshauskante ist eine Steuerkiste integriert und die Leiter von der Back auf das Steuerhaus ist nach Stb-Seite versetzt. In diesem Fall konnte ich die Schanzkleidstützen weiter verwenden. Der Schaltkasten wurde aus Polystyrolteilen hergestellt und seitlich die Bohrungen für die Reling eingebracht. Die Schotten am Aufbau bestehen aus 0,5mm starkem Polystyrol. Diese Schotten wurden auf ein etwas kleineres Stück geklebt und an die Deckshauswand angeklebt. Die "Dachrinnen" darüber sind aus Doppel-T-Profil, welches zu einem L-Winkel umgeschliffen wurde. Die obere Verlängerung der Schornsteine mussten aus kleinen Stückchen Platte geklebt werde. Auf der Rückseite der Schornsteine sind auf beiden Seiten Lüfter angebracht. Hier verwende ich kleinste Treppenplatten aus dem Zubehörhandel. Über diese Lüfter ist ein "Spritzschutz" aus Polystyrolleisten angebracht.

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Deckhaus an Steuerbord Ansicht des Topdecks
Ansicht der Antriebe Ansicht der Antriebe
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Im November 2005 war dann wieder Schiffbaumesse in den Niederlanden und Wim fragte mich, ob ich ihn dann wieder besuchen würde. Ich habe lange mit mir und meiner Frau gerungen. Wir sind dann schließlich doch zur Messe gefahren. Natürlich habe ich dann auch gleich das Original bei der DAMEN Werft besucht. Inzwischen stand auch schon der Name fest. Der neue Schlepper von TUG MALTA wird PAWLINA ( sprich: Paulina ) getauft. Zusammen mit der Pawlina standen fünf Schlepper in der Werfthalle. Die Werft hatte zum Zeitpunkt meines Besuches sehr viel zu tun. Es ist schon stark so viele verschiedene Schlepper auf so engem Raum zu sehen.
Hier konnte ich mir erstmal einen Eindruck über den Baufortschritt verschaffen. Außerdem hatte ich auf der Zeichnung eine Halterung für ein Mob-Boot entdeckt. Ich konnte mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, wie diese Halterung konstruiert wurde. Ferner hatte ich die Möglichkeit das Schanzkleid zu vermessen und die Ablauföffnungen an die richtigen Stellen einzubringen. Eine weitere Änderung gegenüber der Smit Clyde sind zwei Türen Backbord und Steuerbord im Schanzkleid auf Höhe des Deckshauses. Diese Türen - besser gesagt Klappen - gehören zu den Davits auf beiden Seiten des Deckshauses und sollen helfen einen außenbords gegangenen Seemann wieder an Bord hieven zu können. Diese Davits habe ich aus Messingrohr gelötet und beweglich an der Reling befestigt. Die Klappen sind aus Polystyrol wie das Schanzkleid auch. Auf dem Backdeck und dem Achterdeck befinden Schlepppoller. Vorn hat der Poller zwei Klüsen, achtern dagegen nur eine Klüse. Das Problem an der Sache war, dass diese Klüsen nicht etwa rund sondern leicht dreieckig sind. Da blieb nur diese Teile mit der Handfräse aus einem Stück Polystyrol (PS) herauszufräsen. Diese Klüsen wurden dann mit den übrigen Pollerteilen verklebt. Für den Bugpoller habe ich Bohrungen in das Deck eingebracht und den Poller dann in die Bohrungen geklebt. Das gibt eine höhere Festigkeit. Ich möchte mit dem Modell ja auch mal schleppen. Der hintere Poller wurde wegen seiner Größe nur bündig auf das Deck geklebt. Da er nichts zu halten hat, sondern nur die Schleppleine führen muss reicht das aus. Inzwischen habe ich die "Möbel" für den Steuerstand eingebaut und in blau lackiert.
Der Mast entstand aus unterschiedliche Polystyrolrundstäben. Der obere Teil hat einen geringen Durchmesser und wurde in das Unterteil eingeklebt. Die Leiter den Mast hinauf ist aus dem Zubehörhandel ( meine Faulheit läßt grüßen ) Die Absturzsicherung ist allerdings eine Eigenproduktion aus PS-Streifen. Nachdem der Mast fertigt war und auf dem Peildeck aufgeklebt war habe ich die Reling auf dem Peildeck fertiggestellt. Diese Reling ist aus demselben Material wie die Reling auf dem Deckshaus.

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das erste Mal im Wasser "im Maschinenraum"
Heckpoller Bugpoller
Poller an Backbord Bugfender
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Aus den Rohbaufotos vom November war nicht viel zu erkennen. Deshalb habe ich nur noch die gut sichtbaren Teile gebaut und angebracht. Dazu gehörten die Schanzkleidstützen, Poller, Notausstiege, Abgasrohre, Lüftergitter u.a.. Im November bekam ich auch gleich eine Einladung zur Werftprobefahrt ( bzw. Überführungsfahrt in den Rotterdamer Hafen ). Ich habe deshalb den Bau eingestellt, da ich nicht wieder so viele Fehler machen wollte. Während der Probefahrt hatte ich alle Zeit der Welt den neuen Schlepper zu filmen, zu fotografieren und zu vermessen. Glücklicherweise stellte ich dieses Mal keine Abweichungen fest. Endlich konnte ich mir auch ein Bild von dem Davit für das MOB-Boot und der Bootshalterung machen. Gleich nachdem ich wieder zuhause war habe ich den Bau wieder aufgenommen. Da der Aufbau abnehmbar ist und die Halterung des Beibootes sehr filigran ist habe ich an die untere Kante des Aufbaus eine sehr dünnes Platte PS angeklebt. Auf dies Platte habe ich dann die Beine der Halterung geklebt. Jetzt ist es stabil. Der Davit für das Boot entstand aus PS-Rundmaterial.
Der Bugfender wird an dem Schlepper mit Gurten festgezogen. Diese Gurte sind mit Schrauben verbunden, die über Muttern vom Bachdeck aus gespannt werden. Jede Schraube hat eine Vertiefung im Schanzkleid. Diese Vertiefungen entstanden aus PS-Rohrstücken, die ich in das Schanzkleid eingeklebt habe. Eine funktionsfähige Spannvorrichtung ist NICHT vorgesehen. Der Windenkörper und die Trommeln wurden nach Plan, bemaßten Skizzen und den Detailfotos hergestellt. Auch hier ist eine Funktion nicht vorgesehen. Ich glaube nicht, dass PS besonders viel Zug aushält.
Inzwischen hatte ich auch die Antriebe eingebaut und mit den Motoren verbunden. Die Fernsteuerung mit den umgebauten Hebeln funktionierte auf dem Trockenen sehr gut. Jetzt sollte sich das Modell auf dem Teich beweisen. Meine Güte war das ein Reinfall. Die Funktion der Antriebe war wie geplant, aber der Schlepper zog nicht einmal einen toten Hering vom Teller. Leider hatten die von mir eingebauten Motoren nicht genügend Drehzahl. Dazu dann noch das Winkelgetriebe und von den ursprünglich ca. 5000U/min blieb fast nichts mehr übrig. Die Beweglichkeit mit den Antrieben war trotzdem der OBERHAMMER. Die Manöver, die die große Pawlina bei der Überführungsfahrt durchgeführt hatte, konnte ich 1:1 nachahmen.

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Bugwinde Bugwinde von Backbord
Brücke Ansicht des Abgaskamins
Rückansicht des Deckhauses Bugansicht
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Inzwischen habe ich andere Motoren beschafft und eingebaut. Jetzt hat meine Pawlina die richtige Geschwindigkeit ( fast ein wenig zu viel ) und die nötige Zugkraft. Trotzdem gibt es immer noch einen Wehmutstropfen. Die eingebauten Antriebe sind von so schlechter Passgenauigkeit im Getriebe, dass sich das Modell anhört, wie eine schwimmende Kaffeemühle. Es kann nicht angehen, dass Antriebe mit einem Preis von ca. 50 so schlecht verarbeitet sind. Die Bohrungen der Zahnräder sind schief gearbeitet, sodass die Zahnräder bei den jetzt anliegenden Umdrehungen sehr stark schlagen und dieses unsägliche Geräusch verursachen. Mit den alten Motoren war dieses Geräusch auch da, aber durch die geringere Drehzahl nicht so laut. Da muss man sich nicht wundern, wenn man eine Anzeige wegen Ruhestörung bekommt. Ich habe inzwischen Teile für den Selbstbau der Schottelantriebe geordert. Ich werde diese Antriebe selbst bauen. Das Geräusch ist auf die Dauer unerträglich. Ich hatte noch zwei große Schottelantriebe von derselben Firma liegen. Diese Teile habe ich inzwischen verkauft und ich werde auch keine Antriebe mehr von dieser Firma erwerben. Durch die neuen Motoren ist der Stromverbrauch gestiegen. Leider hält der 7,2Ah-Akku jetzt nur noch ca. 20 Minuten. Da die Decksöffnung groß genug ist, dauert ein Austausch des Akkus nur wenige Sekunden.
Nach diversen Testfahrten habe ich nun begonnen die Lüfter und Anschlüsse hinter dem Schanzkleid herzustellen. Eigentlich nur eine Fleißarbeit, aber die Menge machst. Die meisten Lüfter sind dabei aus Kunststoffrundmaterial in verschiedenen Durchmessern. Größe, Lage und Aussehen der Lüfter habe ich hierbei den Detailfotos entnommen. Der Plan, der bei dem Semi-Kit dabei war ist speziell für die Smit-Schlepper. Die Typen weichen gerade in diesem Bereich stark voneinander ab. Am vorderen und hinteren Schanzkleid habe ich kleine Ösen aus Messingdraht zur Befestigung der Fender angebracht. Die Fender sind aus Rundgummis, die bei mir im Wohnort von einer kleinen Firma hergestellt werden. Ich darf mich bei denen nach belieben im Ausschusscontainer bedienen.

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Probefahrt Probefahrt
Probefahrt Probefahrt
Probefahrt Probefahrt
Bau des MoB-Boootes Da gehört das MoB-Boot hin, wenn alles fertig ist
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Ich habe inzwischen an der Bugwinde weitergebaut und die Hebel für die Bremsbänder montiert. Diese Hebel sind aus 0,3mm starkem Kunststoffmaterial, welches ich in Streifen geschnitten habe. Die Druckzylinder der Bremse sind wieder aus Kunststoffrundmaterial. Der Schlepphaken auf dem Achterdeck war eine echte Herausforderung, denn er sollte sich so bewegen können, wie am Original. Eine Notauslösung werde ich aber nicht realisieren, denn dazu müsste ich noch einen Sonderbaustein in den Schlepper einbauen. Die Proportionalhebel der Fernsteuerung sind leider alle belegt. Auch der Haken wurde anhand der Fotos erstellt. Ich hatte für die Fotos einen Meterstab neben das Teil gelegt, so dass ich jetzt die Maße direkt auf dem Foto ablesen konnte. Je länger ich den Mast betrachtete, desto schlechter gefiel er mir. Nachdem ich einige Male nachgemessen und gerechnet hatte, kam ich zu dem Entschluß den Mast neu zu bauen. Er passte nicht wirklich zu dem Maßstab des Schleppers. Sicher, wenn man beide Augen zudrückt, dann wäre es nicht so schlimm. Wer kennt das nicht?? Man weiß das da was nicht stimmt und es wurmt. Vielleicht würde es niemanden sonst auffallen, aber.....! So habe ich dann geätzte Leiterwangen bestellt und die Leiter für den Mast neu hergestellt. Der Mast ist nun komplett aus Messing und passt perfekt zum Maßstab. Gleichzeitig habe ich auch die Leiter zum Peildeck hergestellt, so dass jetzt alle Teile zusammenpassen. Einen Restabschnitt der Leiter habe ich für die Leiter zum MOB-Boot verwendet. Obwohl die meisten Teile doch sehr klein sind, ging die Arbeit schnell von der Hand. Die Halterungen für die Rettungsringe wurden gelötet, die Griffe für die Schotten angebaut, die Reling erweitert und die Halterungen für Rettungsinseln angebaut. Zwischenzeitlich habe ich auch Rumpf, Deck und Schanzkleid grundiert. Den Rumpf habe ich nach Durchtrocknung der Grundierung nochmal mit 800er Papier geschliffen, um ihn für die Endlackierung vorzubereiten. Das Unterwasserschiff bekam eine karminrote Lackierung mit Mattlack. Das Überwasserschiff inklusive Schanzkleid wurde in dunklem Blau lackiert. Da mir auch weiterhin die Zeit für einen Selbstbau der Antriebe fehlt habe ich mich entschlossen die vorhandenen Schottelantriebe zu modifizieren. Zuerst entfernte ich die Kortdüsen und die Schrauben. Dann habe ich nachgemessen wie groß eine Kortdüse maximal an diesem Teil sein darf. Dabei stellte ich fest, dass die "neue" Schraube einen Durchmesser von max. 52mm haben durfte. Welch Glück, denn das passte exakt zu dem Maßstab des Modells. Ich hatte noch zwei 5-Blatt-Messingpropeller Typ-A in meiner Schublade. Die Blattform habe ich mit einer Blechschere und eine Feile dem Original angeglichen. Das Innere der Kortdüse besteht aus einer Kunststoffnuckelflasche für Babys. Diese Flasche habe ich in Ringe geschnitten. Diese Ringe habe ich an einer Kante mit einem Kunststoffprofil beklebt. Dann verkleidete ich das Äußere mit einem Stück Polystyrolplatte. Nachdem ich nun die Kanten versäubert hatte, deutete nichts mehr auf die ursprüngliche Funktion in Form einer Babyflasche hin. Nun fertigte ich zwei Pappscheiben mit dem Innendurchmesser der Kortdüsen an. Diese wurden mittig auf die Achse der Antriebe gesteckt und die Düsen darauf ausgerichtet. Anschließend wurden die Düsen mit dem Gondelteil der Antriebe verklebt. Zur Sicherheit habe ich noch oben und unten ein kleines Loch durch die Düsen und die Gondel gebohrt und ein Stück Messingdraht eingeklebt. Das Ganze hält nun bombenfest. Jetzt fehlt nur noch der Antrieb mit Hilfe eines Keilriemens und Riemenscheiben. Dann habe ich zumindest ein Winkelgetriebe eliminiert und der Krach hält sich damit in Grenzen. Die Bohrung in den neuen Propellern habe ich aufgebohrt, da auf der Achse der Antriebe kein Gewinde ist. Die Achse der Antriebe habe ich ferner noch un ca. 1cm gekürzt. In die Narbe der Propeller habe ich auf beiden Seiten ein Loch gebohrt und ein Gewinde M3 hineingeschnitten. In diesen Gewinde befinden sich nun Madenschrauben, die die Propeller fest auf der Achse halten. Eingebaut in den Rumpf sind die "neuen" Antriebe eine wahre Augenweide ;-))! Die Stufen aller Niedergänge an Bord sind aus Lochblech gefertigt. Dabei sind die Löcher kreisrund und liegen ca. 5cm auseinander. Diese Stufen habe ich aus 0,5mm Plattenmaterial geschnitten und Löcher mit einem Durchmesser von 0,5mm hineingebohrt. Die Treppenwangen sind ebenfalls aus Kunststoffplatte. Es ist eine ziemliche Fummelarbeit die Stufen zwischen die Wangen einzukleben, obwohl man vorher die Lage genau eingezeichnet hat. Eine weitere Fummelei war die Befestigung der Scharnierattrappen an den Schotten und Luken. Hier habe ich Kunststoffrundmaterial mit einem Durchmesser von 1mm verwendet. Dieses schnitt ich in 1,5mm lange Stücke und klebte diese an die entsprechenden Stellen.

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Bugfender Schanzkleid
Bugfender nach Rumpflackierung achteres Schanzkleid Bb-Seite
Heckansicht Bb-Antrieb
Heckansicht mit umgebauten Antrieben neuer Antrieb an Bb-Seite
Probefahrt Mast
Probefahrt mit farbigem Rumpf Mast und Aufbau noch ohne Farbe
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Über dieses Rundmaterial habe ich dann noch ein kleines Stück PS zur "Verstärkung" geklebt. Das sieht nach der Lackierung sehr gut aus.
An der Rückseite befindet sich die Halterung für das Mob-Boot. Das Boot hatte ich schon vor einiger Zeit begonnen. Nun galt es das Teil fertigzustellen. Das Boot erhielt eine kleine Reling aus PS-Rechteckmaterial und zwei klitzekleine Paddel. Den Außenborder habe ich groß aus einigen Abfallstücken zusammengeklebt und dann in Form gefräßt. Zusätzlich waren eine Menge unauffällig Arbeiten zu erledigen. Die Fenster im Deckshaus wurden mit einem kleinen Rahmen ausgestattet, die Vorreiber an den Schotten wurden neu, denn die Form war nicht ganz original, die Feuerlöschanschlüsse entstanden aus PS und Messingätzteilen, die beiden Suchscheinwerfer, Radargerät und Kompass. Eine Herausforderung war die Montage der Fenster auf der Brücke und die anschließende Lackierung der Brücke. Ich habe dafür erst die Fensterrahmen auf die Fenster geklebt und dann die Fenster auf Maß geschnitten. Anschließend klebte ich auf diese so vorbereiteten Fenster eine Abdeckfolie aus dem Airbrushzubehörbedarf. Die wurde dann rundherum mit einem scharfen Messer zurechtgeschnitten. Die Fenster habe ich dann mit nicht gasendem Sekundenkleber auf die Fensteröffnungen geklebt. Jetzt fehlte nur die Lackierung. Die Folie konnte hinterher wieder abgezogen werden. Dasselbe Prinzip wendete ich bei den Dachfenstern an, nur das dort ein roter Streifen lackiert wurde. Das Peildeck erhielt die gleiche Farbe wie das Oberdeck. Ein freundliches Froschgrün!!!! Jetzt waren die letzten Arbeiten am Unterwasserschiff zu erledigen. Ich stellte über dreißig Opferanoden für den Rumpf und die Antriebe her. Die lackierte ich in silber und klebte sie an die vorgeschriebenen Stellen. Okay, wenn das Modell im Wasser ist sieht man nicht wirklich was davon.

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Bugfender Schanzkleid
Opferanoden an den Antrieben Bugwinsch an Ort und Stelle
Heckansicht Bb-Antrieb
Mob-Boot mit Paddel Heckansicht Deckshaus
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Nicht ganz einfach war die Druckleitung für die Feuerlöscheinrichtung. Ich brauchte eine ganze Weile, bis ich die richtigen Winkel hatte und das Rohr exakt auf der Halterung des Peildecks zu liegen kam. Anschließend habe ich dann die Monitore aus je 12 Teilen zusammengeklebt und auf die Druckleitung geklebt. Der Magnetkompass besteht aus einem Druckknopf eines Kugelschreiber, zwei Bastelperlen und einem Stück Kunststoffrohr. Es gibt nur wenige zugekaufte Teile auf meiner Pawlina. Das Nebelhorn und die Navigationsbeleuchtung gehören dazu. Bei meinem Modell ist die Fahrbeleuchtung nicht funktionsfähig. Ich glaube nicht, dass ich bei Dunkelheit einen Schleppauftrag annehmen werde. Sämtliche Kabel an den Löschmonitoren und der Navigationsbeleuchtung sind dünne Kunststoffdekoschnüre in weiss oder schwarz.
Nach der Befestigung der Scheibenwischer und Bestückung des Peildecks mit allen Bauteilen, war der Bau der Pawlina abgeschlossen.

Fazit:

Das Geschenk hat mir sehr viel Spaß gemacht, obwohl sich damit meine Frau wohl keinen Gefallen getan hat. Ich war mal wieder einige Zeit nicht ansprechbar. Der Semi-Kit hat einfach eine fantastische Qualität. Man muss aber auch erwähnen, dass dieser Kit nur für den geübten Modellbauer geeignet ist. Jan hat alle Informationen beigelegt, die man braucht. Für den Bau meiner Pawlina konnte ich mich wieder auf die unermüdliche Unterstützung von einigen Freunden verlassen. Mein Dank geht an Wim für die Fotos, Messekarten und seine unendliche Geduld, wenn ich mal wieder "genervt" habe, an Frank für die Mitfahrt auf der Pawlina und die kleinen Geschenke bei unserem letzten Treffen und nicht zuletzt an Elsbeth für das T-Shirt und die technischen Informationen über die Pawlina. Schon während des Bauphase war ich zweimal in der Werft und habe die Pawlina vorgestellt. Es macht immer wieder Spaß mit diesem besonderen Modell zu fahren. Es gibt nicht sehr viele Schlepper auf unseren Teichen und Seen. Natürlich braucht es etwas Übung mit der umgebauten Fernsteuerung dieses Modell zu fahren, aber das gehört einfach dazu. Der Höhepunkt war aber der Besuch des Badweiherhock der Modell-Schiff-Kapitäne in St. Peter/ Schwarzwald. Es macht schon Spaß mit einem Schlepper durch einen solch schönen Hafen zu fahren.

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Scheibenwischer Mob-Boot
Scheibenwischer am Steuerhaus Mob-Boot
...zurück an der Pier
zurück vom Job Pier am Badweiher
Einlaufen Stand-by
einlaufen Stand-by
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